Deutscher Hörbuchpreis 2006 in der Kategorie »Best of All«

Unter dem Milchwald
Dylan Thomas
DER HÖRVERLAG, München
Musik: Peter Kaizar

Ausgezeichnet wird Götz Fritsch für die Hörspielbearbeitung und Regie.

"A play for voices" nannte Dylan Thomas (1914-1953) sein Hörspiel »Under Milk Wood«, das einen Frühlingstag in der (fiktiven) walisischen Kleinstadt Llareggub skizziert. Zwei anonyme Erzähler führen in loser Episodenfolge durch den Alltag der Kleinstadtbewohner und machen deren Stimmen hörbar. Sie begleiten ihre Tagträume und hören ihre Selbstgespräche, entdecken ihre Gedanken und intimen Geheimnisse. Was sie alle bewegt, ist die Liebe in ihren verschiedensten Erscheinungsformen. Llareggub wird zum Ort eines menschlichen Panoramas, entworfen in poetischer Sprache und mit assoziativen Bildern, die ganz vom lyrischen Stil des Autors leben.

Das Hörspiel, das Dylan Thomas Anfang der 50er Jahre im Auftrag der BBC schrieb, begründete den internationalen Ruhm des walisischen Dichters und wurde zu einem Meisterwerk der Hörspielgeschichte. Es wurde in der BRD erstmals 1954 produziert.

Aus der Begründung der Jury:
"Götz Fritsch als Regisseur war zweifach herausgefordert, einmal durch die inzwischen 'klassische' Aufnahme dieses Hörspiels in seiner Originalsprache, dem walisischen Englisch, zum andern durch die Versuchung, dem Stück folkloristisch-gälische Musik beizugeben. Dem hat er widerstanden, indem er in deutscher Sprache Sprecher mit sehr individuellen, ausdrucksstarken Stimmen ausgewählt hat. (...) Insgesamt ist dies ein Hörspiel – und damit ein Hörbuch –, das erstaunlich liebevoll und sorgfältig durchgearbeitet ist, in ruhigem, humanem Tempo verläuft und von Spielfreude und Menschenfreundlichkeit in einem Maße zeugt, wie es die Originalaufnahmen von Dylan Thomas selbst zeigen. Ein Glücksfall in der Geschichte des Hörspiels war »Under Milk Wood« schon immer und ist es nun auch in der Geschichte des Hörbuchs."

Götz Fritsch geb. 1943, leitete 1967 mit der Gründung des Cafétheaters eine neue Ära experimentellen Theaters in Wien ein. Danach war er director in residence am La MaMa Theater in New York. Seit 1973 ist er als freier Regisseur tätig mit Theaterinszenierungen u.a. in Wien, Bozen und Schwerin und mehreren TV-Filmen für den ORF. Daneben führte er bei mehr als 300 Hörspielproduktionen des ORF und der ARD Regie. Mehrere seiner Radioinszenierungen erhielten Auszeichnungen.

Die Laudatio auf Götz Fritsch hält die Publizistin Elke Heidenreich.

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