Deutscher Hörbuchpreis 2021 in der Kategorie »Beste Unterhaltung«

Einsiedeln
Thomas Hürlimann / Joachim Leser, Klaus Sander (Konzeption und Regie)
supposé
Hörbeispiel:

Kurzbeschreibung:
Mit 12 Jahren kommt Thomas Hürlimann auf das Internat des Benediktinerklosters Einsiedeln, das bereits sein Vater besucht hat. In klösterlicher Strenge und Disziplin wächst er heran, trifft auf inspirierende Lehrer und nicht zuletzt auf große Literatur. Frei aus dem Gespräch heraus, ohne Manuskript, erzählt Thomas Hürlimann von seiner Kindheit und Jugend in den Sechzigerjahren und von gesellschaftlichen Prozessen, Philosophie und Literatur - ein Stück Zeitgeschichte.

Begründung der Preisträgerjury:
Stellen Sie sich vor, Sie wandern mit einem bekannten Schriftsteller durch die Schweizer Berge, es zieht ein Unwetter auf und Sie flüchten sich in eine urige Berghütte - dort sind Sie beide allein, und während es draußen gießt, beginnt der Mann aus seiner Jugend zu erzählen. Derart intim und geschützt kommt dieses Hörbuch daher! Und die Jury hing Thomas Hürlimann an den Lippen. Frei sprechend erzählt er von der Zeit, als er in den Sechzigern Zögling des Benediktinerklosters Einsiedeln war. Das ist anekdoten- und lehrreich, und wenn der Autor vergnügt gluckst, amüsiert sich auch der Hörer köstlich. Im besten Sinne unterhaltsam!

Begründung der Nominierungsjury:
„Und als sich die Pforte schloss, wusste ich, das war ein Fehler“. Ungemein unterhaltsam und kurzweilig erzählt Thomas Hürlimann über seine Kindheit und Jugend, als er 1963 Zögling des berühmten Benediktinerklosters Einsiedeln wird. Mit großem Respekt für Klaus Sander, der es geschafft hat, einen gewitzten Erzähler wie Thomas Hürlimann scheinbar mühelos und frei sprechend, untermalt mit herzhaften Lachern des Autors, in ein lebendiges, heiteres Gespräch zu führen. Ein authentischer Hörgenuss, der nachhallt!

Thomas Hürlimann, geboren 1950 in Zug, besuchte das Gymnasium an der Stiftsschule Einsiedeln und studierte Philosophie in Zürich und an der FU Berlin. Er ist Verfasser zahlreicher Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Für sein dramatisches, erzählerisches und essayistisches Werk erhielt er unter anderem den Joseph-Breitbach-, den Thomas-Mann-, den Hugo-Ball- und zuletzt 2019 den Gottfried-Keller-Preis. Hürlimann ist korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Akademie der Künste, Berlin. Seine Werke wurden in 21 Sprachen übersetzt. Nach vielen Jahren in Berlin lebt er heute in Walchwil am Zuger See.

Joachim Leser, geboren 1966, hat nach dem Studium der Germanistik und Philosophie jeweils fünf Jahre die Presseabteilungen beim Ammann Verlag und Kein & Aber Verlag geleitet. Heute arbeitet er als Software-Entwickler und Content-Manager in einem Schweizer Unternehmen, das auf digitale Lösungen für die Buchbranche spezialisiert ist. Er lebt in Konstanz am Bodensee.

Klaus Sander, geboren 1968 in Westfalen, ist Regisseur, Produzent, Autor, Herausgeber und Verleger. Mit seiner Edition supposé widmet er sich seit 1996 der Entwicklung und Etablierung einer eigenständigen Kunst- und Publikationsform für das gesprochene Wort. Für seine Produktionen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Deutschen Verlagspreis 2019 und 2020, dem Deutschen Hörbuchpreis, dem Förderpreis der Kurt-Wolff-Stiftung sowie dem Hörbuch des Jahres 2008 und 2014. Nach vielen Jahren in Köln und Berlin lebt er heute in Wyk auf Föhr.

         

Thomas Hürlimann©Klaus Sander, Joachim Leser©privat, Klaus Sander©Tatjana Pavlenko (v.l.n.r.)

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