Nominiert für den Deutschen Hörbuchpreis 2023 in der Kategorie
»Bestes Hörspiel«

Bonjour tristesse
Françoise Sagan / Rainer Moritz (Übers.) / Ulrich Lampen (Bearb. und Regie) / Jörg Achim Keller mit der hr Bigband (Musik)
Der Audio Verlag/ Hessischer Rundfunk
Hörbeispiel:

Kurzbeschreibung:
Die siebzehnjährige Cécile verbringt den Sommer zusammen mit ihrem verwitweten Vater Raymond und seiner jungen Geliebten Elsa an der Côte d’Azur. Unbeschwert leben sie in den Tag hinein, bis Anne erscheint, eine alte Freundin der Familie. Als Raymond sich in Anne verliebt und sie zu heiraten beschließt, fürchtet Cécile um ihr leichtes, freies Leben. Mit ihrem Freund Cyril und Elsa plant sie eine Intrige, die fatale Folgen hat.

Begründung der Preisträgerjury: 
Ein Hörspiel wie ein Urlaub am Meer, als Tage am Strand noch eine exklusive Verheißung waren. Sofort taucht man ein in diese Idylle an der Côte d’Azur, in der die siebzehnjährige Cécile und ihr Vater das leichte Leben zelebrieren. Draußen rauscht das Meer unter der prallen Sonne, in der Ferienvilla klirren die Eiswürfel im Glas. Und genau dazwischen, zwischen Hitze und Kälte, auch emotional, entfaltet Regisseur UIrich Lampen das Hörspiel „Bonjour tristesse“. Denn Cécile will sich nicht durch Konventionen einschränken lassen, andererseits strebt sie eventuell eine konventionelle Karriere an. Für dieses Einerseits, Andererseits findet Ulrich Lampen Dialoge, die alles in der Schwebe halten, kein Wort zu viel, ein Halbsatz ist oft mehr als genug. Auch dank der Stimmen von Elisa Schlott und Michael Rotschopf. Das Hörspiel wirkt nicht zuletzt deshalb so lebensnah und überzeugend, weil jede Figur mit ihren Sehnsüchten ernst genommen wird. Und weil ihm die Jazzklänge von Jörg-Achim Keller Schwung und Flair geben, wenn alles gesagt ist.

Begründung der Nominierungsjury
Ulrich Lampen erweckt Sagans einstigen Skandal-Roman als sinnliches Hörspiel wieder zum Leben. Unmittelbar zieht er uns mit Jörg Achim Kellers Free-Jazz-Klängen und mit der sanften Stimme der heranwachsenden Cécile in die nonchalante Atmosphäre der Côte d’Azur der 1950er Jahre. Wir hören das Plätschern der Wellen, das Zwitschern der Vögel und sitzen mit im Auto, wenn Cécile mit ihrem Womanizer-Vater Raymond an der Küste cruist. Die messerscharfen Beobachtungen und hinzuerfundenen Dialoge machen uns auch mit den Geliebten Raymonds und mit der trügerischen Idylle vertraut.

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