Kurzbeschreibung:
Eniiyi kommt in Lagos (Nigeria) an dem Tag zur Welt, an dem ihre Tante Monife begraben wird. Weil Eniiyi ihr sehr ähnelt, wird sie für ihre Reinkarnation gehalten. Seit Generationen finden die Frauen der Familie keinen Frieden: Nach Überzeugung der Yorubapriesterin ist ein Fluch am Werk, der ihnen zum Verhängnis wird. Im Spannungsfeld zwischen Aberglaube und Modernität kämpft Eniiyi um weibliche Selbstbestimmung und darum, dem Fluch der Falodun Frauen zu entgehen.
Begründung der Preisträgerjury:
Ein Haus voller Frauen in der Hitze der nigerianischen Stadt Lagos. Das ist der Schauplatz des Romans „Der Fluch der Falodun Frauen“. Hier kocht einiges hoch, hier wird um alte Weisheiten und neue Lebensentwürfe gerungen, hier geraten Realität und Magie durcheinander. Und der Interpretin Anja Herden gelingt es virtuos, die Dinge für die Hörerinnen und Hörer zu sortieren. Sie führt so mitreißend durch dieses Epos, dass man sofort mittendrin ist in der Szenerie, in der sich die Hauptfigur Eniiyi gegen Konventionen und Aberglauben stemmt. So viele Protagonisten um sie herum – und jede hat ihren eigenen Ton, ihr eigenes Tempo. Herden gibt allen Halt in dieser Geschichte, lässt selbst die skurrilsten Charakterzüge glaubwürdig erscheinen. Ihre Stimme, mal tief und aufgeraut, mal fast zerbrechlich, verleiht dem Hörbuch einen modernen Beat. Der Roman erzählt von der Selbstermächtigung einer Frau unter widrigen Bedingungen – und Anja Herden hat einen unwiderstehlichen Rhythmus dafür gefunden.
Begründung der Nominierungsjury:
Anja Herden verleiht mit ihrer schönen tiefen Stimme dieser Geschichte um Emanzipation und den Versuch, einen eigenen Platz im Leben zu finden, eine wunderbare Lebendigkeit. Sie trifft immer den richtigen Ton, mal lakonisch, mal witzig oder auch mal tiefsinnig. Das macht Spaß und das Hörerlebnis preisverdächtig gut.