Kurzbeschreibung:
Als bei der Zwangsräumung der mütterlichen Wohnung versehentlich alles Wertvolle in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. In ihr treten gehäuft Depressionen, Alkoholismus und andere psychische Erkrankungen auf: ein Stammbaum des Wahnsinns. Getrieben von der Angst, selbst verrückt zu werden, ergreift der Erzähler den Beruf des klinischen Psychologen und lernt, die Grenzen zwischen „normal“ und „krank“ auszuloten.
Begründung der Nominierungsjury:
Wie fühlt es sich wohl an, in ständiger Angst davor zu leben, wahnsinnig zu werden? Das macht was mit einem, so viel sei gewiss. Denn diese Angst begleitet einen überallhin, kriecht in alle Ritzen. Keine leichte Aufgabe für einen Sprecher. Aber Johannes Nussbaum löst sie kongenial. Seine Interpretation des geplagten Helden ist erlebbar und spürbar. Eine unterschwellige Panik schwingt in jedem Wort, in jedem Satz auf ihrer eigenen unruhigen Welle und man möchte dem Protagonisten aufmunternd zurufen: Alles wird gut!