Deutscher Hörbuchpreis 2026 in der Kategorie »Bester Interpret«

Vergiss mich
Alex Schulman / Hanna Granz (Übersetzung)
Der Audio Verlag
Preisträger bester Interpret: Fabian Busch
Hörbeispiel:

Kurzbeschreibung:
Alex Schulman kommt ins Landhaus seiner schwer alkoholkranken Mutter. Er will sie vor dem Tod bewahren und davon überzeugen, eine Entzugsklinik aufzusuchen. In Rückblenden fragt er sich: Was genau ist passiert, wie ist aus der strahlenden, liebevollen Mutter eine gebrochene Person geworden? Schulman erzählt vom Auseinanderdriften der Beziehung zwischen Mutter und Sohn und vom verzweifelten Versuch des erwachsenen Kindes, dem Kreislauf aus Hoffnung und Enttäuschung zu entrinnen.

Begründung der Preisträgerjury: 
Fabian Busch zeigt in dieser Arbeit einmal mehr, wie er seine schauspielerische Erfahrung und sein Rollenverständnis einbringt und so mit der Stimme des Protagonisten verschmilzt. Ganz fein und von innen heraus personalisiert er die Erzählerstimme, ohne je in die reine Behauptung zu verfallen. Er ist ein Geschenk für den Autor und für uns als Hörende, denn durch ihn wird das sehr Persönliche in der Geschichte von Alex Schulman noch erlebbarer. Busch erschwert es uns, in der reinen Betrachtung zu bleiben, und macht den Schmerz und den Wahnsinn dieser Familie, die von der Alkoholsucht der Mutter geprägt ist, wirklich greifbar. Hier treffen zwei Künstler aufeinander, der des geschriebenen und der des gesprochenen Wortes. Das ist in dieser Kombination ein Glücksfall und ein in sich absolut stimmiger Hörgenuss.

Begründung der Nominierungsjury:
Ein eindrucksvolles Beispiel für die Kraft des gesprochenen Wortes: Fabian Busch krönt die schonungslose Erzählung von Schulman mit einer durch und durch überzeugenden, sensiblen Interpretation, die den Hörer:innen eine völlig neue Welt eröffnet. Klar und einfühlsam, ruhig und präzise zieht er uns in die Geschichte. So entsteht eine dichte, atmosphärisch fesselnde Hörerfahrung, die man alles andere als vergisst.

Der Berliner Schauspieler und Regisseur Fabian Busch spielte 1992 seine erste Kinohauptrolle in Wolfgang Kohlhaases „Inge, April und Mai“. Es folgten Rollen in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen, unter anderem „23“ und „Raus aus der Haut“. 1999 wurde er für den Deutschen Fernsehpreis als bester Schauspieler für seine Rolle in Christian Wagners „Zehn wahnsinnige Tage“ nominiert. Sein Debüt als Regisseur gab er 2010 mit dem Kurzfilm „Edgar“, für den er auch das Drehbuch schrieb. Für seine Rolle in „Er ist wieder da“ wurde er 2016 für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Beste männliche Nebenrolle nominiert. Zudem zählt Fabian Busch zu den gefragtesten Hörbuchsprechern und hat bereits in zahlreichen Hörspielen und Lesungen mitgewirkt, unter anderem las er „Demon Copperhead“ von Barbara Kingsolver (nominiert für den Deutschen Hörbuchpreis 2025 in der Kategorie Bester Interpret), „Pi mal Daumen“ von Alina Bronsky und Ocean Vuongs „Der Kaiser der Freude“.


Fabian Busch @ Sunny Scheucher

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