Nominiert für den Deutschen Hörbuchpreis 2022 in der Kategorie
»Das besondere Hörbuch 2021«

Saal 101. Dokumentarhörspiel zum NSU-Prozess
Ulrich Lampen (Regie) / Katja Huber, Julian Wiprich, Katarina Agathos (Bearb.)
Der Hörverlag / BR für die Hörspielabteilungen von ARD und DLF
Hörbeispiel:

Kurzbeschreibung:
Der »Nationalsozialistische Untergrund«, kurz NSU: das waren Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Sie verübten zehn Morde, zwei Bombenanschläge und 15 Raubüberfälle, die in einem 5-jährigen Mammutprozess aufgearbeitet wurden. Das Hörspiel beruht auf einer Sammlung von Protokollen der ARD-Gerichtsreporter. Mosaikartig setzt sich ein Bild zusammen: von der Sozialisation der Täter und ihrer Radikalisierung in der Nachwendezeit, ein Bild vom Leben im Untergrund, von den rechten Netzwerken, von der Rolle des Verfassungsschutzes und den Ermittlungspannen. Aber auch ein Bild von den Hoffnungen der Opferangehörigen auf Aufklärung durch den Prozess und von ihrer Enttäuschung. Jede Folge widmet sich einer relevanten Fragestellung der Beweisaufnahme. Der NSU-Prozess, verdichtet in einem 12-stündigen Dokumentarhörspiel, gibt beklemmende Einblicke in deutsche Abgründe.

Begründung der Preisträgerjury:
Klare Erkenntnisse im Kopf beim Hören, aber auch Erschütterung, Wut, Angst, Empörung, Entsetzen löst dieses Dokumentarhörspiel in unvergleichlicher Weise aus. Hier wird gezeigt, wie viel Mittel, Mühe, unendliche Geduld und juristischer Sachverstand aufgewendet werden, um unseren Staat gegen Rechtsterrorismus zu schützen. Die einzelnen Folgen sind dramaturgisch hervorragend gegliedert, sodass jede(r) verstehen kann, worum es geht: um die Verteidigung unserer Freiheit, unseres Rechtsstaates, letztlich um unser Wohlergehen. Das Hörspiel dokumentiert die Verbrechen, die Perspektive der Opfer, die Pannen bei der Ermittlung und die politischen Hintergründe der Taten. Ein erstklassiges Ensemble von Schauspieler:innen vertont die Textpassagen mit eindrucksvoller Intensität und der gebotenen Nüchternheit der Darstellung.  Ein wertvolles Stück Zeitgeschichte und eine journalistische Glanzleistung.

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